Was ist Taurin? Vorteile, Nebenwirkungen und mehr

Taurin ist eine Aminosulfonsäure, sie wird jedoch häufig mit der Aminosäure in Verbindung gebracht – eine Chemikalie, die ein notwendiger Baustein von Protein ist. Manche Menschen nehmen Ergänzungsmittel mit Taurin als Arzneimittel, um unter anderem Herzinsuffizienz (CHF), hohen Blutdruck, hohen Cholesterin (Hypercholesterinämie) und Mukoviszidose zu behandeln. Andere Anwendungsfelder umfassen Epilepsie, Autismus, ADHS, Augenprobleme (Störungen in der Netzhaut), Diabetes und Alkoholismus. Außerdem wird Taurin dazu genutzt, die mentale Leistungsfähigkeit zu verbessern und es wird darüber hinaus als Antioxidans eingesetzt. Lies weiter, um mehr über Taurin zu erfahren. Wir haben hier außerdem einige der besten Taurin-Ergänzungsmittel aufgelistet, die es derzeit auf dem Markt gibt.

Was ist Taurin?

Taurin wurde erstmals von den beiden deutschen Forschern Friedrich Tiedemann und Leopold Gmelin im Jahr 1827 entdeckt. Sie gaben ihrer Entdeckung den Namen „Taurin“, da sie diese in einer Stiergalle vorfanden und Stier auf Lateinisch „Taurus“ heißt. Taurin ist eine Aminosäure, die vollkommen ungefährlich ist und unter anderem gut für das Herz und den Blutkreislauf ist.

Viele Lebewesen, darunter der Mensch, bilden selbst Taurin in ihrem Körper, aber nicht immer in ausreichender Menge. Manche Tiere, zum Beispiel Katzen, schaffen es nicht, eigenständig Taurin zu bilden. Deshalb müssen sie Taurin über die Nahrung aufnehmen, weshalb in produziertem Katzenfutter oft Taurin zugesetzt ist. Wenn du eine Katze hast, kannst du deinen Taurin-Einkauf mit ihr teilen. Katzen, die nicht ausreichend Taurin bekommen, laufen Gefahr, zu erblinden.
Taurin kommt auf natürliche Weise in tierischen Produkten vor, vor allem in rotem Fleisch, Fisch und Milchprodukten.
Auch in gewissen Gemüsesorten ist Taurin enthalten, jedoch ist die Menge so gering, dass sie kaum ausreicht, um den Tagesbedarf eines Menschen zu decken. Wer sich normal ernährt, nimmt täglich circa 40 - 400 mg Taurin zu sich, in Nahrungsergänzungsstudien hat sich jedoch gezeigt, dass Dosen bis 6000 mg kein Problem sind.
Die meisten sogenannten Sportgetränke oder Energydrinks beinhalten Taurin als effektivste Komponente. Der Pionier Red Bull deutet dies sogar im Namen an, Bull, Stier, Taurus, Taurin, das Logo. Vielleicht ist es deshalb, dass das Gerücht entstand, dass Taurin aus Urinextrakten der Stiere hergestellt würde. Das stimmt nicht. Jegliches Taurin, das als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird und sich in Energydrinks befindet, wird synthetisch hergestellt.
Viele Personen nehmen Taurin als Nahrungsergänzung zu sich, entweder aus medizinischen Gründen oder als Leistungssteigerung für Sportler.

Welche Vorteile hat die Einnahme?

Taurin findet sich in mehreren verschiedenen Organen und hat viele Funktionen.

  • Schafft ein Gleichgewicht des Wassers- und Elektrolythaushalts in den Körperzellen (1, 2).
  • Bildet Gallensalz, das eine wichtige Rolle im Verdauungsprozess spielt (1).
  • Reguliert Mineralien wie zum Beispiel Calcium innerhalb der Zellen (1).
  • Hilft bei den generellen Aufgaben im zentralen Nervensystem und Augen (3).
  • Regelt die Gesundheits- und Antioxidansfunktion des Immunsystems (4, 5)

Taurin hat medizinische Effekte

Da Taurin essentiell ist, also eine notwendige Aminosäure für unsere Lebensfunktionen darstellt, kann der Körper gesunder Individuen eigenständig den minimalen Tagesbedarf an Taurin produzieren. Unter gewissen Umständen können Personen jedoch einen höheren Tagesbedarf brauchen. Das kann zum Beispiel Personen betreffen, die Herz- oder Nierenprobleme haben oder Kinder, die zu früh geboren sind und eine längere Zeit mittels einer Schlundsonde gefüttert wurden (6). Studien haben gezeigt, dass ein Mangel an Taurin in dieser Entwicklungsphase zu ernsthaften Krankheiten wie eine eingeschränkte Hirnfunktion oder Diabetes führen kann (7).

Taurin kann auch bei Diabetikern den Blutzuckerspiegel senken, ebenso kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen einem hohen Taurinspiegel und eine signifikante Verringerung der Zahl der durch Herzerkrankungen verursachten Todesfälle (8).

Ebenso zeigte sich ein gesenkter Cholesterinspiegel im Blut und eine Senkung des Blutdruckes. Weshalb Taurin den Blutdruck senkt, ist bislang unklar, jedoch weist vieles daraufhin, dass zwei Faktoren dafür maßgeblich verantwortlich sind. Ein Faktor ist, dass Taurin den Widerstand der Blutgefäßwände gegen den Blutfluss mindert. Des Weiteren beeinflusst Taurin die Nervenimpulse im Gehirn, die den Blutdruck ansteigen lassen.

In einer Studie bekamen Personen mit Diabetes Typ 1 zwei Wochen lang Taurin-Ergänzungsmittel. Eine signifikante Reduktion der Blutgefäßsteifigkeit konnte konstatiert werden. Das, so interpretierte man das Ergebnis der Studie, würde die Fähigkeit des Herzens erhöhen, das Blut durch den Körper zu pumpen (9).

In einer anderen Studie ließ man eine Gruppe übergewichtiger Personen 3 Gramm Taurin täglich für sieben Wochen einnehmen. Eine Gewichtsabnahme konnte konstatiert werden, ebenso wie die Reduzierung des Risikos vieler Herzkrankheiten. Studien haben außerdem gezeigt, dass das Risiko für Entzündungen und Arteriosklerose sinkt, etwas, dass ebenso das Risiko für Herzkrankheiten senkt (11, 12, 13).

Bei Menschen macht sich eine verminderte Taurinproduktion oft durch Herzklopfen bemerkbar, doch auch die Leberfunktionen werden beeinflusst. Taurin wirkt auch im Nervensystem, dort fungiert es als Neurotransmitter, indem es mit dem Glycinerga-System interagiert, dort wo auch Glutamat und GABA eingehen (14, 15). Glutamat oder Glutaminsäure ist ein natürlicher Bestandteil von Nahrungsproteinen. Es ist eine natürlich vorkommende Aminosäure, die als Geschmacksverstärker angewendet wird. Glutamat ist in jenen Mengen, die in der Nahrung angewendet wird, unbedenklich für die Gesundheit.

GABA ist die englische Abkürzung für die γ-Aminobuttersäure. GABA ist einer der Neurotransmitter, der die Kurzzeitspeicherinformationen in den Langzeitspeicher überträgt. Die Einnahme von Alkohol kann das Gleichgewicht der Substanz zu anderen Neurotransmittern, wie z.B. Taurin und Glutamat, ändern. Dies hat zur Folge, dass die Übertragung zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis möglicherweise vorübergehend nicht mehr funktioniert (14, 15).

Es ist noch nicht vollständig wissenschaftlich bewiesen, jedoch scheint es als habe Taurin auch einen positiven Effekt auf die Regulierung des Gehirnvolumens, indem es Schutz vor glutamatinduzierter Excitotoxizität bietet, d.h. Schutz vor dem Tod von Nervenzellen. Taurin scheint außerdem einen positiven Effekt auf den Flüssigkeits- und Elektronenhaushalt des Körpers, der sogenannten Osmoregulation, zu haben – jedoch stehen auch hier keine zuverlässigen wissenschaftlichen Studien zur Verfügung.

Des Weiteren ist Taurin am Calciumstoffwechsel beteiligt, der die Knochenstruktur stärkt und das Risiko einer Hyperkalzämie verringert, bei der ein erhöhter Calcium-Spiegel im Blutserum besteht. Dies kann ebenfalls zu Rachitis führen, synonym auch als Englische Krankheit bezeichnet, bei der ein Vitamin-D-Mangel charakteristisch ist und von der überwiegend Kinder betroffen sind. Die Krankheit führt zu einem weichen und verformten Skelett. Auch hier sind es die positiven Eigenschaften des Taurins, die dem Körper helfen, Calcium aufzubauen (5).

Taurin hat unglaublich viele Anwendungsfelder im Körper. Zum Beispiel ist man der Ansicht, dass Taurin bei vielen Lebewesen sowohl den Sehsinn als auch den Hörsinn positiv beeinflusst (16, 17).

In einer Studie mit Menschen wurden 12% der Teilnehmenden vollständig von ihrem Tinnitus befreit – Tinnitus steht im Zusammenhang mit einer Hörbehinderung (18).

Taurin befindet sich außerdem in großen Mengen in den Augen. Die Forschung hat gezeigt, dass Augenprobleme auftauchen können, wenn der Taurin-Spiegel anfängt zu sinken. Ein höherer Taurin-Spiegel, so wird vermutet, verbessert die Sehkraft und Gesundheit des Auges (18, 19, 20).

Dass Taurin einen Einfluss auf die Muskelkontraktilität hat, wurde in Tierversuchen gezeigt, in denen Krämpfe mittels Taurin gemindert wurden. Außerdem wurde dadurch gezeigt, dass Taurin bei Krankheiten wie Epilepsie helfen kann (21, 22, 23).

Zuletzt scheint Taurin auch Leberzellen vor freien Radikalen und Toxin zu schützen. Eine Studie zeigte, dass 2 Gramm Taurin dreimal am Tag die Wahrscheinlichkeit für Leberschäden und oxidativen Stress reduzierte (24, 25). Jedoch sind weitere Tests erforderlich.

Taurin als Leistungssteigerung

Forschungsergebnisse brachten folgende Erkenntnisse:

  • Tierversuche zeigten, dass die Muskeln härter und länger arbeiten können (26)
  • Erhöht die Muskelkontraktilität bei Tieren (27, 28, 29)
  • Beseitigung von Rückständen, die beim Menschen zur Ermüdung und Muskelkrämpfen führen (30)
  • schützt die Muskeln vor Zellschäden und den Menschen vor oxidativen Stress (31, 32)
  • Erhöht die Fettverbrennung beim Menschen während er aktiv ist (33)

Bei Mäusen verminderte sich die Müdigkeit und Muskelverletzungen während des Trainings nahmen ab.

Eine Studie mit aktiven Sportlern, die Taurin zugeführt bekamen, zeigte, dass sich die Leistungsfähigkeit steigerte. Läufer und Radfahrer fühlten sich länger fit (30, 31). In einer anderen Studie wurde die Fähigkeit Taurins, Muskelverletzungen zu reduzieren, betrachtet. Die Teilnehmer wurden in einer muskelschädlichen Gewichtshebemaschine platziert. Das Ergebnis zeigte, dass Taurin die Wahrscheinlichkeit für Verletzungen senkte und die Erschöpfung der Muskeln ebenfalls gemindert wurde (34, 35). Außerdem zeigte ein Test mit Fahrradfahrern, dass Taurins Einfluss auf die Fettverbrennung, zu Gewichtsverlust führte. Teilnehmer, die eine Dosis mit 1,66 Gramm Taurin bekamen, erhöhten ihre Fettverbrennung um 16% (36).

Nebenwirkungen, Sicherheitsrisiken und Doping

Laut den hochqualitativen Quellen hat Taurin keine bekannten Nebenwirkungen, wenn es in den vorgeschriebenen Mengen zu sich genommen wird (11). Auch wenn es keine direkte Verbindung zu Taurin gibt, soll dennoch erwähnt werden, dass es einzelne Todesfälle unter Sportlern in Europa gab, die auf die Einnahme von Energydrinks zurückgeführt wurden, die Taurin und Koffein enthalten. Deshalb haben manche Länder Taurin entweder begrenzt oder den Verkauf komplett verboten (37).

Die Ursache für die Todesfälle ist nicht vollständig geklärt. Die Todesursache kann auch eine erhöhte Dosis Koffein oder die Einnahme einer anderen Substanz sein.

Genau wie für alle anderen aminosäurebasierten Nahrungsergänzungsmitteln gilt auch hier, dass Menschen, die unter Nierenproblemen leiden, durch die Einnahme von Taurin, größere Probleme bekommen können (38, 39).

Taurin findet sich nicht in der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für das Jahr 2018 (40).

Dosierung und Zusammenfassung

Die gewöhnliche Dosierung beträgt 500 - 2000 mg pro Tag. Die Grenze für eine Vergiftung liegt deutlich höher. Die Forschung hat gezeigt, dass Dosierungen bis zu 3000 mg pro Tag auch dann unschädlich sind, wenn die Dosierung ein Leben lang erfolgt (41, 42).

Nur äußerst wenige Nahrungsergänzungsmittel haben zu diesem günstigen Preis so viele positive Effekte auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit – so wird Taurin sogar von Forschern als Supermolekül bezeichnet.

Veröffentlichen: 2019-06-20
Zuletzt bearbeitet: 2019-10-07 16:02:46
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