* Unabhängige Rezension von FitnessFrank

Schlaftabletten

Wenn man müde ist, muss man sich einfach nur hinlegen und schlafen, oder? Für viele ist es genau so einfach. Nichts kann sie daran hindern, zu schlafen, egal, ob sie am nächsten Tag eine wichtige Präsentation haben oder ob im Raum nebenan laute Musik gespielt wird. Für andere hingegen ist es nicht so einfach. Unruhe und Gedanken vor dem morgigen Tag führen dazu, dass das Gehirn weiter auf Hochtouren läuft und der Körper nicht zur Ruhe kommt. Licht von draußen macht es schwer, zur Ruhe zu kommen oder man wird immer wieder von störenden Geräuschen geweckt. Nacht für Nacht wiederholt sich dies und wenn der Schlafmangel steigt, steigt gleichzeitig auch die Angst davor. Die Uhr zeigt, dass es nur noch fünf Stunden sind bis man wieder aufstehen muss. Vier Stunden. Drei Stunden. So langsam schlummert man vielleicht ein, doch dann klingelt schon der Wecker und man quält sich ein weiteres Mal mit schwerem Kopf aus dem Bett.

Inhaltsverzeichnis

Wie kommt es, dass die einen sofort einschlafen, sobald sie ihren Kopf auf das Kissen legen und andere nicht? Und was können diejenigen tun, denen es schwerfällt, zur Ruhe zu kommen?

Die Ursache finden

Es gibt viele Gründe für Schlafstörungen. Es kann sich um Gründe handeln wie Stress, Unruhe, Krankheiten, Verletzungen, Geräusche, Licht, zu viel Schlaf während des Tages, Alkohol, Koffein und Nikotin – auf unterschiedliche Weise führen sie alle dazu, dass man es schwerer hat, einzuschlafen, einen leichteren Schlaf hat oder immer wieder aufwacht. Um in Erfahrung zu bringen, weshalb man Probleme mit dem Schlafen hat, ist es wichtig, die Hauptursache des Problems ausfindig zu machen. Dies gelingt am besten, indem man sich sein Leben genauer anschaut und welche Gewohnheiten und Routinen man hat.

  • Kleinkinder: Es ist wunderbar mit Kindern, aber jeder der mit kleinen Kindern in einem Haus lebt, weiß, dass der Schlaf zu einer Herausforderung werden kann. Während des Kleinkindalters wird der Schlaf vieler Eltern mehrmals in der Nacht unterbrochen, ein Zustand, der im schlimmsten Fall über mehrere Jahre gehen kann. Während dieser Zeit kann es sich anfühlen als befinde man sich konstant in einer Blase, in der das Gehirn abgestumpft ist, die Gefühle außerhalb des Körpers sitzen und es das höchste Ziel ist, eine komplette Nacht durchzuschlafen.
  • Soziale Medien: Ein immer häufiger Grund für Schlafprobleme, vor allem bei jüngeren Menschen, sind unterschiedliche Arten von sozialen Medien. Facebook, Instagram, Twitter, chatten und Mails – dort wo Freunde und Follower aus der ganzen Welt zu finden sind, neigt man dazu, 24 Stunden am Tag erreichbar zu sein. Denn während auf der einen Seite des Erdballs jemand auf diesen Kanälen aktiv ist, klingelt und leuchtet der Bildschirm auch in dem dunklen Schlafzimmer des Empfängers auf der anderen Seite des Erdballs. Dies stört den Schlafrhythmus, unabhängig davon, ob man aufwacht oder nicht. Das blaue Licht des Bildschirms hat Ähnlichkeit mit dem Morgenlicht und vermindert die Melatoninproduktion, was zu Schwierigkeiten beim Schlaf führen kann.
  • schlafende frau

    Die Gründe können mehrere sein, warum Sie Schlafstörungen haben. Versuchen Sie herauszufinden, was es ist, damit Sie das Problem leichter lösen können.

    Schnarchen: Schnarchen ist ein Problem, welches nicht nur den Schlaf der Betroffenen Person stört, die selbst schnarcht, sondern auch die anderen, die in der Nähe schlafen. Das Geräusch ist durchdringend und es kann eine Herausforderung sein, neben jemandem zu schlafen, der schnarcht. Deshalb wird die Schlafqualität sowohl für den Schnarcher selbst als auch für die Personen in der Nähe oft schlechter, da der Schlaf leichter wird. Es ist jedoch nicht nur der Schnarchlaut, der ein Problem ist, sondern auch die Atemstillstände, die bei manchen Schnarchern auftreten und dazu führen, dass Nahestehende die ganze Nacht angespannt daneben liegen und sich immer wieder versichern, dass der Schnarcher noch atmet.
  • Dramatische Geschehnisse: Erlebt man etwas so dramatisches, das sowohl das Leben als auch den Alltag verändert, so bspw. eine Naturkatastrophe oder ein Unglück, eine schwere Krankheit, Gewalt oder Tod, Dinge, die man nie wieder erleben will und Angst hat, an diese erinnert zu werden, sobald man die Augen schließt, ist es schwer, sich zu entspannen. Man ist vielleicht schon mehrere Male aufgrund von Albträumen oder Schmerzen aufgewacht und hat große Angst davor, dass dies beim nächsten Mal wieder passiert wenn man schläft oder man hat solche Schmerzen, dass man es schwer hat, einzuschlafen oder nur sehr leicht schläft.
  • Krankheit: Hat man es schwer beim Atmen, leidet unter Gelenkschmerzen oder Krämpfen, ist es schwer, zu schlafen. Probleme mit dem Herzen, Parkinson, Demenz, Angststörungen und Depressionen sind Beispiele für Krankheiten, die die Schlafqualität beeinflussen, genauso wie wenn man mehrmals in der Nacht aufstehen muss, um auf die Toilette zu gehen. Auch einfachere Beschwerden wie eine Erkältung, Husten oder Juckreiz können störend sein.
  • Alkohol, Nikotin und Koffein: Manche denken es sei einfacher zu schlafen, wenn man Alkohol im Körper hat, aber leider ist dieser Schlaf oberflächlicher und unruhiger, was die Erholung in der Nacht mindert. Außerdem wird das Schnarchen oft schlimmer, wenn man Alkohol getrunken hat und man wacht in der Regel früher auf als gewöhnlich. Nikotin und Koffein machen es schwerer am Abend einzuschlafen und führt dazu, dass man mehrmals während der Nacht aufwacht.
  • Stress: Stress ist im Grunde etwas positives, da man bessere Leistungen erzielen, sich schneller bewegen und schneller reagieren kann, aber hält dieser eine längere Zeit an, wird der erhöhte Adrenalinspiegel zu einer Belastung für den Körper und es wird schwer, Ruhe zu finden. In unserer heutigen Gesellschaft fühlen sich immer mehr Menschen gestresst. Die Ursachen können natürlich variieren, doch wenn man stetig versucht sein Arbeitsleben/ Studienleben und das Privatleben in Einklang zu bringen und gleichzeitig sieht wie perfekt es bei den anderen scheinbar klappt, ist es nicht komisch, dass man sich gestresst fühlt, weil man das Gefühl hat, dass die Stunden des Tages nicht ausreichen. Wenn man es nicht schafft, die wunderbar ausgewogenen Mahlzeiten in einem strahlenden, aufgeräumten Heim zuzubereiten und gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere zu verfolgen, sich aufopferungsvoll um seine alten Eltern zu kümmern, Freunde zu treffen, eine glückliche Beziehung zu pflegen und guterzogene Kinder aufzuziehen, die eine renommierte Schule besuchen, die Mittel zur Verfügung zu haben, um exklusive Reiseziele zu besuchen oder es zu schaffen, ein neues Training auszuprobieren, über das alle sprechen, kann es das Gefühl auslösen, nicht ausreichend zu sein. Grübeleien und Sorgen darüber, wie man den nächsten Tag bewältigen soll, können zu Stress führen, der es wiederum schwer macht, einzuschlafen.

Hier und da ein paar Stunden Schlaf zu versäumen ist nicht schädlich. Dies tun alle mal, aber Untersuchungen zeigen, dass jede dritte Person es schwer hat zu schlafen und dass ungefähr jede zehnte Person unter schwerwiegenderen Beschwerden leidet. Dies ist besorgniserregend, da langwierige Schlafprobleme sowohl das Gehirn als auch den Körper auf eine negative Weise beeinflussen, sodass das Risiko für physische und mentale Beschwerden steigt.

Schlaf ist wichtig für die Gesundheit

Laut einiger Experten benötigt ein erwachsener Mensch zwischen sechs und neun Stunden Schlaf. Innerhalb dieser Spanne schwankt der Bedarf von Person zu Person und oft sinkt der Schlafbedarf etwas im Alter. Insomnie, so der medizinische Begriff für Schlafprobleme, erleidet man dann, wenn man mindestens zwei Stunden weniger Schlaf bekommt als sein normaler Grundbedarf verlangt, wenn man mehr als 45 Minuten zum Einschlafen benötigt, wenn man mehrere Male in der Nacht aufwacht und wenn man es schwer hat einzuschlafen oder wenn man mindestens 3-Mal in der Woche zu früh aufwacht und nicht wieder einschlafen kann. Von 10 auf 20 Prozent bei Männern und von 15 auf 30 Prozent bei Frauen ist die Zahl der Personen, die unter Insomnie leiden, in den letzten 30 Jahren gestiegen. Forscher gehen davon aus, dass die ansteigende Zahl damit zu tun hat, dass wir in einer Welt der wachsenden Globalisierung und verbesserten Technik unseren Lebensstil dahingehend verändert haben, dass wir 24 Stunden am Tag erreichbar sind.

Weshalb ist Schlaf so wichtig? Weil der Körper und das Gehirn Regeneration benötigen. Der Schlafzyklus besteht aus fünf Phasen. Während der ersten verliert man langsam das Bewusstsein und die Muskeln entspannen sich, während man in der zweiten Phase in einen tieferen Schlaf übergeht. In Phasen drei und vier ist die Herzfrequenz, die Atmungsfrequenz, die Körpertemperatur und der Blutdruck am niedrigsten. Hier werden Abfallstoffe beseitigt, Hormone helfen dabei, Zellen zu reparieren und das Immunsystem wird aktiviert. Und es ist auch in dieser Phase, in der Geschehnisse und Fakten im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Dieser Teil des Schlafs ist derjenige, der als am wichtigsten für die biologische Regeneration angesehen wird und beeinflusst wie viel Energie und Kraft man für den folgenden Tag hat. Die fünfte Phase besteht aus dem REM-Schlaf, dessen Name von dem englischen Rapid Eye Movement stammt, d.h. von den schnellen Augenbewegungen, die in dieser Phase des Schlafzyklus auftreten. In dieser träumt man am meisten und Gefühle werden an die Erinnerungen geknüpft, die man hat, was sehr entscheidend für dafür ist, wie man die Träume im Nachhinein wahrnimmt.

Alle Teile des Schlafes erfüllen mit anderen Worten gesagt wichtige Funktionen, damit der Körper und das Gehirn auf beste Weise funktionieren können, aber was passiert, wenn man nicht die Ruhe bekommt, die man benötigt?

Wenn der Schlaf ausbleibt

Wenn es schwer ist, zu schlafen, der Schlaf unterbrochen wird oder zu oberflächlich ist, regeneriert der Körper und das Gehirn nicht ausreichend, etwas, das sich auf unterschiedliche Weise zeigt, abhängig davon, wie lange das Problem bereits besteht.

Bei vorübergehenden Schlafmangel fühlt man sich müde und erschöpft und vielleicht fällt es einem schwerer, sich zu konzentrieren am Tag darauf. Dieser ist jedoch nicht gefährlich, der Körper ist fähig, damit umgehen zu können. Dieser wird ganz einfach mit dem nächsten Schlaf kompensiert oder man macht ein Nickerchen während des Tages.

Bei längeren Perioden mit Schlafmangel werden die Symptome jedoch schlimmer. Aufmerksamkeitsvermögen, Konzentration und das Vermögen, Probleme zu lösen, sinkt und es kann daher schwieriger werden, auf der Arbeit oder in der Schule Leistungen zu erbringen. Reaktionsvermögen, Impulskontrolle und Geduld lassen nach, was in Konflikten und Unglücken resultieren kann. Das Immunsystem wird heruntergefahren und der Körper kann sich immer schlechter gegen Infektionen wehren, es fällt ihm schwerer, beschädigte Zellen zu reparieren, etwas, das zu ernsthaften Konsequenzen für die Gesundheit führen kann. Das Risiko für Herzprobleme, Schlaganfall und Diabetes steigt außerdem und in manchen Fällen kann Schlafmangel zu Übergewicht führen, da die Hormone, die den Hunger und den Appetit regulieren, beeinflusst werden und dazu führen, dass man mehr essen will. Die Müdigkeit kann außerdem Depressionen oder Erschöpfung auslösen, sodass das Leben sich dunkel und widrig anfühlt. Es fehlt die Energie, um Freunde zu treffen oder Sachen zu unternehmen, die einem Freude bereiten.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist es wichtig, die Probleme so schnell wie möglich ausfindig zu machen, bevor es zu umfassenderen Effekten auf den Körper und das Leben kommt. Aber was kann man diesbezüglich tun?

Überprüfe deine Gewohnheiten und Muster

Wenn man Probleme mit dem Schlafen hat, ist es der erste Schritt, zu überprüfen, ob es etwas in seinem Alltag gibt, das man ändern kann, um einen positiven Einfluss hervorzurufen.

  • Schaffe eine angenehme Schlafumgebung: Achte darauf, dass das Bett ein Platz ist, wo du schläfst. Dies beinhaltet, dass es dort dunkel, ruhig und kühl sein sollte und dass Dinge, die zur Arbeit oder Studium gehören, draußen bleiben. Wenn es Stress auslöst, die Uhr oder das Telefon zu sehen, sollten diese Gegenstände wo anders ihren Platz finden. Geräusche von außen können mit Ohrstöpseln ferngehalten werden.
  • Dämpfe das Aktivitätsniveau: Zwei Stunden vor dem Schlafengehen ist es am besten nur noch ruhige Aktivitäten durchzuführen. Fange nicht etwas Neues an, dass sowohl den Körper als auch das Gehirn aktiviert, sondern schreibe Dinge, an die du dich erinnern musst auf einen Zettel, lies ein Buch, nimm ein warmes Bad, schließe die Augen und denke an schöne Dinge, meditiere. Versuche das blaue Bildschirmlicht zu vermeiden. Mehrere Hersteller haben die Funktion zu warmen Licht zu wechseln, sodass die Melatoninproduktion nicht auf dieselbe Weise gestört wird.
  • Vermindere Stress: Es ist nicht leicht, aber schaue, ob es die Möglichkeit gibt, den Stress im Leben zu vermindern. Oft ist man es selbst und nicht das Umfeld, der so unglaublich hohe Anforderungen stellt, die man zu erfüllen versucht. Vielleicht ist es eine gute Idee sich Hilfe beim Putzen, Einkaufen oder der Kinderbetreuung zu suchen. Vielleicht können ein Teil der Arbeitsaufgaben delegiert werden oder eventuell sollte man sich einen neuen Job suchen. Vielleicht muss man nicht jeden Tag der perfekte Partner, das perfekte Elternteil, Kind oder Geschwisterchen sein. Versuche eine Liste zu erstellen, welche Dinge im Leben es sind, die mit etwas Ruhe und Mut geändert werden können und wie das geschehen kann.
  • Bewege dich mehr: Wenn man sich mindestens 30 Minuten am Tag bewegt, führt dies dazu, dass man sich besser fühlt, mehr schafft und auf eine natürliche Weise müde wird; gleichzeitig sinken sowohl Stress, Ängste und Depressionen und es wird einfacher, sich zu entspannen.
  • Teile die wachen Nächte: Wenn das Kind nicht länger gestillt werden muss, ist es eine gute Idee, wenn möglich, die wachen Nächte aufzuteilen. Wenn dies in der Woche schwer ist, sollte die Person, die in der Woche die größte Verantwortung hatte, vielleicht dafür am Wochenende schlafen dürfen. Dasselbe gilt bei Kranken, die in der Nacht Unterstützung benötigen.
  • Pausiere die sozialen Medien: Da die sozialen Medien ständig nach Aufmerksamkeit schreien, ist es ganz angenehm, das Telefon in der Nacht auszumachen oder in einen „Nicht-Stören“-Modus zu versetzen, sodass Laute und Licht blockiert sind und Mittelungen aller Art nicht den Schlafprozess stören.
  • Versuche abzunehmen: Wenn man übergewichtig ist, ist es gewöhnlicher, dass man schnarcht, was nicht nur einen selbst sondern auch die um einen beeinflusst. Schnarchen führt zu einer schlechteren Schlafqualität, sodass es Sinn ergibt, zu versuchen, abzunehmen, wenn man besser schlafen will.
  • Verwende weniger Alkohol, Nikotin und Kaffee: Mit Nikotin aufzuhören oder die Einnahme zu verringern, hat einen positiven Effekt auf die Schlafqualität; dasselbe gilt für Alkohol, besonders weil Alkoholkonsum häufig in Schnarchen resultiert. Koffein, das sich in Kaffee, Tee, Limos und Energy Drinks befindet, sollte ungefähr sechs Stunden vor dem Schlafengehen vermieden werden. Ist man empfindlich, sollte die Einnahme auch am restlichen Tag verringert werden.

Wenn man trotz allem noch immer unter Schlafproblemen leidet, ist es der nächste Schritt, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Eine kognitive Verhaltenstherapie kann hilfreich sein

Eine Behandlungsform, die sich als effektiv gegen Schlafprobleme herausstellte, ist die kognitive Verhaltenstherapie, KVT. Diese beginnt mit einem Gespräch, in dem abgeklärt wird, was als normaler Schlaf angesehen wird, gefolgt von einer Verhaltensanalyse, um festzustellen, was das grundlegende Problem ist. Psychologen schauen sich dann an, wie lange man braucht um einzuschlafen, wann man am Morgen erwacht, ob man in der Nacht aufwacht, wie lange diese Wachphasen sind und was man während ihnen tut. Um die Bettzeit, Schlafzeit und Schlafeffektivität auszurechnen, kann man zusammen eine Art Uhr erstellen, die illustriert, wie viel Zeit für welche Phasen benötigt wird.

Man schaut außerdem auf die sogenannte Schlafhygiene, d.h., auf die Dinge, die man selbst am leichtesten beeinflussen kann. Also bspw. eine zeitlich geregelte Arbeit, zu entspannen bevor man sich schlafenlegt, sich in Tageslicht aufzuhalten, Stimulanzien zu vermeiden, sich körperlich bewegen und Nickerchen während des Tages zu vermeiden.

Ein anderer Teil besteht aus sogenannten Stimulanzkontrollen, d.h., dass dem Körper dies gelehrt wird, was das Gehirn bereits weiß, z.B., dass das Bett zum Schlafen da ist. Um dies zu erreichen, geht man folgendermaßen vor: Wenn du merkst, dass du nicht einschlafen kannst, stehe entweder nach 15 Minuten wieder auf oder direkt sobald du die Unruhe spürst, bleibe dann mindestens so lange auf wie du versucht hast, einzuschlafen. Lege dich nur ins Bett wenn du müde bist, liege nicht wach im Bett und schlafe an keinen anderen Orten als im Bett und mache auch dort nichts anderes als schlafen und eventuell sexuelle Aktivitäten ausüben. Zusammen mit dieser Methode wird die Schlafrestriktion angewendet. Diese beinhaltet, dass der Schlaf stark begrenzt wird, um einen neuen Tagesrhythmus mit regelmäßigen Zeiten bzgl. des Schlafes und des Wachseins aufzubauen. Dies funktioniert so, dass man eine Zeit bestimmt, zu der man jeden Tag aufstehen will und anhand dieser wird die Zeit angepasst, zu der man sich am Abend schlafenlegt. Diese Zeiten können zusammen mit einem Psychologen herausgearbeitet und gradweise justiert werden bis die optimale Schlafenszeit gefunden wurde. Bis man sich daran gewöhnt hat, kann dies sehr anstrengend sein aber auf Dauer ist diese Methode sehr effektiv.

Während einer KVT arbeitet man mit Hausaufgaben während eines Teils der Behandlung. Diese bestehen aus der Arbeit mit Stimulanzkontrolle, Schlafrestriktion und Schlafhygiene, in Kombination mit dem Schreiben eines Schlaf- und Aktivitätstagebuches, in dem man die Aufgabe hat, den Schlaf wahrzunehmen, die einzelnen Nächte auszuwerten und die Qualität des Schlafes zu bewerten, also wie lange es gedauert hat, einzuschlafen und aufzuwachen, was man dachte und getan hat bevor man eingeschlafen ist, wie munter und ausgeruht man sich nach dem Aufwachen fühlt, wie der darauffolgende Tag war und ähnliches. Das Tagebuch sowie die Gespräche helfen dabei, dass Veränderungen und Verbesserungen präzise verfolgt und Herausforderungen und Aufgaben dementsprechend angepasst werden können.

Kurz gesagt handelt eine KVT also davon, eine langfristige Lösung zu schaffen, indem eine Routine und neue Denkmuster geschaffen und neue Techniken gefunden werden, um mental herunterzufahren, einzuschlafen und gut zu schlafen. Dazu gehören Dinge wie Meditation und Achtsamkeit und neue Gewohnheiten rund um Ernährung und Bewegung. Diese Werkzeuge können dann nicht nur dafür genutzt werden, um das aktuelle Problem zu lösen, sondern kann später auch dabei helfen, falls man wieder in alte Muster zurückfällt. Für diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Psychologen aufsuchen wollen oder können, für die gibt es auch die Möglichkeit digitaler Dienste, die die Schlafschule basierend auf der KVT anbieten.

Andere Hilfsmittel

Es gibt außerdem eine Anzahl unterschiedlicher Hilfsmittel, die funktionieren können, wenn bspw. eine kognitive Verhaltenstherapie nicht hilft. Diese können in Kombination helfen oder einzeln für sich.

Schlafsensoren

Eine Alternative zum Schlaftagebuch ist die Anwendung von Schlafsensoren, die unter die Matratze gelegt werden. Sie messen und analysieren die Schlafphasen, Atemstillstände, Puls und Bewegungsmuster während der Nacht. Anschließend werden Empfehlungen ausgesprochen wie sich die eigene Schlafqualität verbessern lässt.

Gewichtsdecken

Eine Gewichtsdecke ist eine Decke mit eingenähten Gewichten in Form von Ketten, Bällen, Glasperlen oder spezialbehandeltes Textil, die man entweder selbst kaufen kann oder verschrieben bekommt. Die Gewichtsdecke schafft einen leichten Druck gegen den Körper, der angenehm ist und Sicherheit signalisiert, wodurch die Menge des Stresshormons Cortisol gesenkt und Fühl-gut-Hormone wie Oxytocin und Serotonin freigesetzt werden. Gleichzeitig wird die Menge des Schlafhormons Melatonin im Körper erhöht. Dies führt dazu, dass die Atmung ruhiger und der Blutdruck gesenkt wird und man so müde wird. Das Gewicht der Decken variiert, sollte jedoch ungefähr 10 Prozent des Körpergewichts ausmachen.

Lichttherapie

Heutzutage gibt es Lampen, die das natürliche Licht der Sonne nachahmen und dadurch dabei helfen können, den Tagesrhythymus aufrechtzuerhalten. Manche haben auch eine Aufwach- und Einschlaffunktion, sodass das Licht gradweise erhöht bzw. gesenkt wird, ungefähr wie beim Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Anti-Stress-Produkte

Elektronische Produkte zur Entspannung und Stresslinderung sind ebenso eine Alternative, die ausprobiert werden können, um besser zu schlafen. Diese sind mit Funktionen wie Vibration, Wärme, Geräusche und Licht ausgestattet, die dazu beitragen können, dass man sich entspannt und die Atmung runterfährt.

Nahrungsergänzungsmittel und Naturheilmittel für einen besseren Schlaf

Auch Nahrungsergänzungsmittel und Naturheilmittel können zusätzlich zu den zuvor genannten Methoden ausprobiert werden, um Schlafprobleme zu verringern. Diese sind häufiger schonender als verschreibungspflichtige Medikamente und basieren auf unterschiedlichen Kräutern, Heilpflanzen, Vitaminen und Mineralien.

Verschreibungspflichtige Schlafmittel

Wenn man alles andere versucht hat oder die Lage sehr akut ist, kann es sinnvoll sein, eine Behandlung mit Medikamenten zu versuchen. Dies ist jedoch etwas, das nur über einen kurzen Zeitraum getan werden sollte, da diese nicht das zugrundeliegende Problem lösen, sondern lediglich die Symptome behandeln. Einzelne Medikamente sind darüber hinaus abhängig machend, was zu einem komplett neuen Problem führen könnte.
Der Vorteil von Medikamenten ist, dass sie es einfacher machen, einzuschlafen und die Nacht durchzuschlafen, aber dadurch, dass die Schlafqualität schlechter wird und sich viele nicht so ausgeruht fühlen wie nach einem natürlichen Schlaf, werden sie vor allem dazu verwendet, um Muster zu durchbrechen und neue Schlafgewohnheiten zu schaffen.

Die Arzneigruppen und Medikamente, die bei Schlafproblemen angewendet werden, sind Benzodiazepine und Benzodiazepin-verwandte Schlafmittel, Circadin, Promethazin und Theralene, antidepressive Arzneimittel Remeron-s und Mirtazapin und Arzneimittel, die das Kraut Baldrian beinhalten.

Welche Arzneimittel angewendet werden, ist abhängig vom Problem, Alter, eventuellen Krankheiten und der Verwendung von anderen Arzneimitteln, aber im Allgemeinen wird die geringstmögliche Dosis und eine Behandlungszeit, die so kurz wie möglich ist, empfohlen. Deshalb, um das Risiko für Nebenwirkungen und Abhängigkeit zu verringern. Außerdem lässt der Effekt bei diesen Präparaten meistens nach, wenn man sie länger als einen Monat verwendet.

Nebenwirkungen von Schlafmitteln sind häufig, dass man müde und schläfrig wird, dass man sich schwindelig fühlt, Probleme mit der Balance und mit der Erinnerung hat und, dass die Muskeln auf eine negative Weise beeinflusst werden. Dies kann zu Problemen auf der Arbeit, in der Schule, beim Autofahren und in anderen Situationen, während denen Fokus, Aufmerksamkeit, schnelle Reaktion und Balance erforderlich sind, führen.

Das Risiko von den Arzneimitteln abhängig zu werden, ist am größten, wenn man Benzodiazepine und Benzodiazepin-verwandte Schlafmittel verwendet. Wie lange dies jedoch dauert, ist schwer zu sagen, da die Zeit stark variiert. Die einen werden bereits nach kurzer Zeit, vielleicht drei Wochen, abhängig, andere hingegen erst nach mehreren Jahren. Wenn man süchtig ist, ist es nicht ungewöhnlich, dass man das Gefühl hat, die Dosis erhöhen zu müssen, um denselben Effekt wie früher zu erlangen. Das Aufhören ist dann schwierig, weil man eine Abstinenz riskiert, die sich in Form von Reaktionen wie Angstzuständen, Ruhelosigkeit, Schlaflosigkeit und Albträumen zeigt.

Benzodiazepin-verwandte Schlafmittel sind diejenigen, die am häufigsten angewendet werden, da diese schnell aus den Körper gehen und die Müdigkeit während des Tages daher nicht so stark ist. Benzodiazepine werden hingegen restriktiver verwendet, da sie längere Zeit brauchen, um aus dem Körper zu gelangen. Beide verstärken den Effekt von GABA, ein Stoff der sich auf natürliche Weise im Körper befindet und eine beruhigende, angstdämpfende und schläfernden Effekt hat. Circadin, Promethazin und Theralene, Remeron-s, Mirtazapin und Produkte mit Baldrian, haben alle unterschiedlich wirkende Substanzen, die beruhigend sind und einen müde machen, ohne befürchten zu müssen, abhängig zu werden. Bei allen Arzneimitteln wird empfohlen, diese nicht mit Alkohol zu kombinieren.

Rezeptfreie Schlafmittel sind nicht harmlos | Visite | NDR

Zusammenfassung

Im Folgenden wird der Artikel in seiner Gänze noch einmal zusammengefasst.

Die Wichtigkeit von Schlaf

Der Schlaf ist einer unserer grundlegendsten Bedürfnisse. Dieser wird von der Zellenspeicherung und der Aktivierung des Immunsystems bis zur Speicherung von Erinnerungen für alles gebraucht. Ohne regelmäßigen Schlaf funktioniert auch das Gehirn oder der Körper nicht richtig und auf lange Sicht kann es zu langfristigen Konsequenzen in Form von Krankheiten als auch zu Schwierigkeiten in der Handhabe mit der Arbeit, Studium oder Beziehungen kommen.

Schwierigkeiten mit dem Schlaf

Viele schlafen nicht einfach ein. Stattdessen liegen sie wach und wenden sich im Bett hin und her, während sie auf die Uhr starren und sich Panik ausbreitet. Oder man schläft, wacht aber mehrere Male in der Nacht auf, was den Schlafrhythmus stört und einen durch und durch müde macht. In beiden Fällen riskiert man einen Teufelskreis, da die Sorge vor Schlafmangel selbst es schwerer macht, einzuschlafen oder gut zu schlafen. Häufige Ursachen für Schlafprobleme sind Stress, Kleinkinder, soziale Medien, Schnarchen, dramatische Geschehnisse, Krankheiten und die Verwendung von Alkohol, Nikotin und Koffein.

Das kann man tun

Zuallererst kann man versuchen, seine Gewohnheiten zu verändern, indem man ein angenehmes Schlafumfeld schafft, das Aktivitätsniveau ein paar Stunden vor dem Schlafengehen dämpft, Stress mindert, sich mehr bewegt, Wachnächte teilt, soziale Medien während des Schlafes ausschaltet, versucht abzunehmen, um weniger zu schnarchen und weniger Alkohol, Nikotin und Koffein zu sich nimmt. All diese Dinge können selbst beeinflusst werden, weshalb es klug ist, diese zuerst auszuprobieren.

Der nächste Schritt ist die Inanspruchnahme von äußerlicher Hilfe. In Zusammenarbeit mit einem Psychologen wird die kognitive Verhaltenstherapie, KVT, angewendet, um seine Routinen und Gewohnheiten zu verändern. Dies geschieht, indem man u.a. Gewohnheitsmuster offenlegt, dem Körper lehrt, dass das Bett zum Schlafen da ist, einen neuen Tagesrhythmus schafft und gute Schlafgewohnheiten herstellt. Während der Arbeit führt man ein Schlaftagebuch und ein Aktivitätstagebuch, um die eigene Entwicklung verfolgen zu können und ggf. das Programm anzupassen. Gleichzeitig erhält man ein Werkzeug, welches sich anwenden lässt, wenn man nach der Behandlung in alte Gewohnheitsmuster zurückfällt.

Andere Hilfsmittel, die verwendet werden können, um den Schlaf zu verbessern, sind Sensoren, die den Schlafzyklus registrieren und passende Empfehlungen aussprechen, Gewichtsdecken, die Sicherheit verleihen, spezielle Lichttherapielampen, die dabei helfen, den Tagesrhythmus zu steuern und Anti-Stress-Produkte, die mit Hilfe von Vibrationen, Wärme, Licht und Geräuschen dazu beitragen, dass man sich entspannt und die Atmung heruntergefahren wird.

Wenn man zusätzlich spürt, dass der Körper dennoch etwas mehr Hilfe benötigt, um zu entspannen, kann man sich verschiedene Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel anschauen, denn da gibt es viele, die gegen Schlafprobleme helfen. Mit Hilfe von Vitaminen, Mineralien, Kräutern, Heilpflanzen und anderen natürlichen Stoffen tragen sie zur Ruhe und besseren Voraussetzungen für einen guten Schlaf bei.

Der letzte Ausweg sind verschreibungspflichtige Arzneimittel. Diese sollten jedoch nur verwendet werden, wenn keine der Alternativen funktioniert hat, oder, wenn die Situation akut ist. Diese haben ein größeres Risiko für Nebenwirkungen als die Naturpräparate und einzelne Produkte sind außerdem abhängig machend. Deshalb wird empfohlen, die niedrigste Dosis einzunehmen, die möglich ist und diese nur während einer kurzen Periode einzunehmen, wenn die Probleme gerade am akutesten sind.

Der Weg nach vorne

Egal, ob man im Bett aufhört zu reden und den schwarzen Tee am Abend gegen ein beruhigendes Naturpräparat austauscht, anfängt, die Wachschichten mit seinem Partner bzgl. des Kleinkindes zu teilen oder ob man Ohrenstöpsel verwendet, um Geräusche zu blockieren, eine KVT versucht oder Schlafsensoren anstelle eines Schlaftagebuchs verwendet – es ist wichtig, dass man entweder die Methode oder eine Kombination aus Methoden findet, die zu einem selbst am besten passt. Nicht nur kurzfristig, sondern auf lange Sicht gedacht. Es ist ein Prozess, der sowohl Zeit als auch Geduld erforderlich machen kann. Er fühlt sich vielleicht widrig und vielleicht auch trostlos an. Aber das ist es alles wert, wenn man endlich den Punkt erlangt hat, an dem man nachts gut schlafen kann und es einem dann so viel besser geht.

Zuletzt bearbeitet: 2020-02-18 15:14:07

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